Prof. Jürgen Osterhammel nimmt Leibniz-Preis entgegen
Als am Montag, 15. März 2010, im Leibniz-Saal der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis verliehen wurde, durfte auch Prof. Jürgen Osterhammel seine Auszeichnung entgegennehmen. Der Historiker, Professurinhaber für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Konstanz, war am 3. Dezember vergangenen Jahres von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) als einer von zehn Leibniz-Preisträgern ausgezeichnet worden. Der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis ist der bedeutendste deutsche Forschungspreis, mit dem ein Preisgeld von bis zu 2,5 Millionen Euro verbunden ist, das der Wissenschaftler in den nächsten sieben Jahren nach eigenen Vorstellungen für seine wissenschaftliche Arbeit zur Verfügung hat. Neben der Anerkennung seines herausragenden wissenschaftlichen Werks ist der Wissenschaftspreis mit hoher internationaler Ausstrahlung vor allem die Würdigung einer wissenschaftlichen Persönlichkeit.
In der Begründung der DFG hieß es, Jürgen Osterhammel habe entscheidend dazu beigetragen, die deutsche Geschichtswissenschaft für welthistorische Themen und Fragestellungen zu öffnen. In seinen bahnbrechenden Werken zur europäischen und außereuropäischen Geschichte gelinge dem international anerkannten Vertreter einer neuen Form der Geschichtsbetrachtung die Verknüpfung von Sozial-, Politik- und Strukturgeschichte mit der Ideen-, Wissens- und Kulturgeschichte. In der Würdigung wird eigens Osterhammels im vergangenen Jahr erschienenes Monumentalwerk „Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts“ erwähnt.
Nach Professuren an der FernUniversität Hagen und in Genf lehrt und forscht Jürgen Osterhammel seit 1999 an der Universität Konstanz. Er ist Mitglied des Vorstands des Exzellenzclusters "Kulturelle Grundlagen von Integration" und Sprecher des dazugehörigen Doktorandenkollegs "Zeitkulturen". Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Europäische und asiatische Geschichte seit dem 18. Jahrhundert, Geschichte der interkulturellen Beziehungen und Wahrnehmungen, Ideengeschichte, Geschichte und Theorie der Historiographie sowie Weltgeschichtsschreibung.
Der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis wurde in diesem Jahr zum 25. Mal vergeben. Die erste Verleihung 1986 nahm der Konstanzer Zoologe und damalige DFG-Präsident Prof. Hubert Markl vor.
Preisträger des Gottfried Wilhelm Leibniz-Preises 2010:
(hinten, v.l.n.r.) Roman Inderst, Jan Born, Jürgen Osterhammel, Ulman Lindenberger, Peter Fratzl, Christoph Klein,
(vorne, v.l.n.r.) Frank Neese, Joachim Weickert, Jürgen Zöllner, Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung der Stadt Berlin,
Petra Schwille, Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im BMBF, DFG-Präsident Matthias Kleiner, Stefan Treue.
© DFG

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Weiterführende Informationen:
Website der DFG zur Preisverleihung
Begrüßung durch den Präsidenten der DFG Professor Matthias Kleiner
Dankesrede Prof. Dr. Jürgen Osterhammel
Kontakt:
Prof. Dr. Jürgen Osterhammel
Universität Konstanz
Professur für Neuere und Neueste Geschichte
Universitätsstraße 10, 78464 Konstanz
Tel. +49 (0)7531 / 88-2496
juergen.osterhammel(at)uni-konstanz.de


